Sonntag, 22. März 2009
Odyssee zum Logo
Saß gemütlich vorm Rechner, noch knapp 45 Minuten bis es ins Logo geht und ein folgenschwerer Anruf erreicht mich… „Hey, ich hab ein Attentat auf dich vor“. (Anmerkung an mich: Wenn ein Telefonat so beginnt, in Zukunft auflegen oder sofortigen Tod simulieren).
„Was isn? Wo bist du?“ – „Weit weg, vollkommen irrelevant, ich hab mein Gepäck in nem Zug liegen lassen, der ist in 8 Minuten in Winden kannst du es da rausholen bitte? Schaffst du das?“

Aufgesprungen, ins Auto, Gas durchgetreten und tatsächlich rechtzeitig dort gewesen. Nachdem ich zuerst in den falschen Zug manövriert wurd hab ich den richtigen erreicht, dort im hinteren Waggon nach dem Gepäck gesucht, Leute angesprochen usw. (Späterer Kommentar des Anrufers: „Ach, das müsste der vordere Waggon sein, der Zug dreht ja nicht“). Plötzlich ertönt dieses Piepen und ich hör am Handy nur: „Sofort raus!!!“ Too late. Als ich die Tür erreicht hab war diese geschlossen und ließ sich nicht mehr öffnen. Unter dem Gelächter der Fahrgäste fluchend in nem Zug umhergelaufen… nächste Haltestelle Landau. JA, ich bin Schwarzfahrer!!! Immerhin hat der Kerl die Aufgabe meine Abholerin zu informieren ausgeführt, Abfahrt nach Landau ins Logo um ne halbe Stunde verschoben. Die ganze Situation erinnerte mich an die legendärste Arbeitsabsage aller Zeiten… benutzt zu meiner Zivi-Zeit: „Hey Chef, ich komm heut nicht, brauch nen Tag Urlaub, bin unterwegs nach Köln weil ich mein Auto dort vergessen habe“.

In Landau aus dem Zug gesprungen, den hinteren Teil des vorderen Waggons kurz abgekuckt und raus aus dem Zug bevor ich plötzlich in Edenkoben stehe, zum Glück nur ne Viertelstunde Aufenthalt in Landau HBF. Ohne Jacke, und ja, es war kalt. Frostiger war der Anblick der Landauer Bahnhofsjugend… 12 – 14 jährige Totalassis, mit irgendnem roten Berentzen-Zeug und Zigaretten (wie kommen die an so was???), immerhin hatten sie Respekt. Könnte durchaus an meinem unglaublich angepissten Auftreten gelegen haben.

Zug zurück nach Winden genommen (wieder schwarzgefahren), ins Auto, nach Hause, die Story kurz erzählt und dann wurd ich schon abgeholt. Im Logo selbst wars dann ziemlich nice, hatte ein sehr gutes Gespräch über Gott, die Welt unds Universum im Allgemeinen, Watchmen, Milton usw usw… Sprich: Die Person ist sehr interessant. Ich krieg das Zitat nicht mehr genau hin, aber sinngemäß stimmts… „Schon krass, wir sitzen hier in nem Club, die Leute um uns rum feiern und wir führen sinnvolle Gespräche“… Die Musik wurd leider erst als die Entscheidung sofort zu gehen gefällt wurde wirklich interessant, zuerst „Killing in the Name of…“ und dann irgendwas von Prodigy, der Abend allgemein war trotzdem geil, Sorge macht mir nur der Fakt, das ich mich von 2,5 Weißherbstschorle betrunken gefühlt hab :(

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Feuchte Träume...
Aus einem Gespräch... zur Erklärung: Der Zitierte ist im Moment mit nem hohen Frustrationslevel gesegnet, das Verfassen der Diplomarbeit scheint Schwierigkeiten zu machen^^

„Weißt du, man sollte Tastaturen mit nem Fuck-You-Button ausstatten, gültig für jedes Programm. Du drückst drauf, und der Rechner macht mal was du sagst. Im Hintergrund laufen Routinen die dem Programm sofortige Deinstallation androhen, dem Hersteller Mailbomben und plötzlich kann die Tabelle richtig eingefügt werden, Formatierungen sind kein Problem mehr und die Welt ist schön… Ich will den verdammten Button!!! Mein Mittelfinger juckt den Scheißrechner kein Stück.“

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Dienstag, 17. März 2009
Aufstieg!
Am Sonntag den 15. haben wir den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht.

Mit meiner Gesamtleistung die Saison über bin ich nicht mal im Ansatz zufrieden, es steht hartes Training an, um in der höheren Klasse nicht jedesmal vernichtend geschlagen zu werden... in der Abstiegssaison damals hab ich mich zwar ziemlich okay geschlagen, aber obs diesmal reicht, wer weiß.

Fritz und Andi haben gespielt wie es zu erwarten war, die Liga war zu niedrig für die beiden, Thorsten hat es geschafft seine beeindruckende Leistung aus der Vorsaison zu bestätigen. Überrascht haben Jan und Alex, bei beiden war vor der Saison nicht sicher ob sie wirklich stark genug sind, doch sie haben meinen leichten Anflug von Zweifel sehr eindrucksvoll widerlegt. Aufsteiger der Saison war für mich Jan, Absteiger ich selbst...

Das letzte Spiel haben wir sehr souverän gegen Landau gewonnen, in überraschender Deutlichkeit mit 5,5 - 0,5.
Womit wir mal zu den "merkwürdigen Vorkommnissen" während des Matches kommen, die nach einem Toilettenbesuch bzw einer Zigarettenpause festgestellt wurden... bei Andi hat plötzlich ein sehr kleiner und eminent wichtiger Bauer gefehlt, der sich bei den geschlagenen Figuren wiederfand. Schade das es keiner gesehen hat, grobe Unsportlichkeit Nummer 1.
Nummer 2 war bei Thorstens Partie, der Gegner hat seinen eigenen Bauern geschlagen und infolge dessen hätte Thorsten nen Turm verloren...
Hat ein Verein aus einem deutlich größeren Städtchen und mit größeren Ressourcen das wirklich nötig? Bei einem Spielstand von 0 - 2 im entscheidenden Spiel um den Aufstieg glaube ich da nicht wirklich an bedauerliche Irrtümer und Zufälle.

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Freitag, 13. März 2009
Wie sich die Eltern wohl fühlen müssen...
Liest man die ganze Zeit, egal wohin man schaut. Was soll das eigentlich? Egal wie es formuliert ist, ob als Frage, Beileidsbekundung oder Totschlagargument. Wo liegt der Sinn dieser Frage? Kann es einer von Euch nachvollziehen? Anyone sein Kind bei nem Amoklauf verloren? Mitgefühl ist nur real, wenn es nachempfunden werden kann ansonsten ist es Heuchelei.

Sinnvoller wäre es den Eltern Psychologen zur Seite zu stellen, sich um sie zu kümmern. Mit Beileidsbekundungen kriegt man schön billig das Gefühl ein guter Mensch zu sein... Was erreicht man damit bei den Eltern?

Hypothese: Man verlängert den Schmerz. Immer wieder in die selbe Wunde, schön drauf... wer von denen die ihr Beileid bekunden ist für die Eltern da? In Prozent??? Oder besser Promille???

Der interessanteste Aspekt der Geschichte ist folgender: Was denken sich diejenigen? Und die Eltern? Meine Antworten: "Es ist scheiße... usw usw" aber irgendwo im Hinterkopf dann "zum Glück hats mein Kind nicht erwischt". Oder: "Warum mein Kind? Warum gerade meins?" Das ist nicht schlimm, es ist nicht zu verurteilen, wir sind Menschen. Diejenigen die gegen diese Gedanken gefeit sind sind die wirklich guten Exemplare unter uns. An den Rest: Spart euch dieses verdammte Mitgefühl-Heucheln. Tut was für die Leute; und wenn es nur ist, sie in Ruhe zu lassen damit sie es irgendwann vielleicht verarbeiten können.

Kinder... es hat ja Kinder erwischt. Stößt mir genauso sauer auf wie Ulrich Wickerts traditionelles "XX Tote, darunter Frauen und Kinder". Dachte immer ein Mensch wär ein Mensch, geschlechts- und altersunabhängig. Muss mich wohl täuschen.

Edit + Addenda:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,613181,00.html

http://www.hanno.de/blog/2009/guten-abend-meine-damen-und-herren-sie-sehen-die-abendnachrichten/

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Die Irre von Chaillot...
Bin heute im Theater gewesen, Schultheater der Alfred-Grosser-Gesamtschule Bad Bergzabern.

Die Inszenierung war an sich gut, die Besetzung ebenso. Man bedenke, daß es sich um Schultheater handelt. Sehr gut gemacht, Herr Blaes.

Aber das Stück.... Die Irre von Chaillot. Deklariert als Märchen. Aber was wird uns hier inhaltlich verkauft? Die Welt wird wieder schön und die Menschen sind glücklich, wenn man die bösen fiesen Kapitalisten los ist.

Das zugrunde liegende Menschenbild des Autors ist exakt jenes, daß der Linken schon immer den spöttischen Ausdruck "Gutmenschentum" eingebracht hat. Ohne Kapitalismus und Profitstreben wäre die Welt ein besserer Ort? Nein. Muss ich wirklich die Geschichte als Beweis heranziehen? Oder gehen wir es einfach anders an: Ein Analogieschluß zu Kierkegaards Widerlegung der Erbsünde. Der Mensch wird erst durch die Vertreibung aus dem Paradies zum Menschen, der, der die Sünde begangen hat war per definitionem noch kein Mensch (ja... ich weiß, unzulässig verkürzt und dadurch verfälscht, lest es doch selbst :P). Den Schluß kann jeder für sich selbst ziehen, wer auf den gleichen wie ich kommt darf sich nen leckeren Kaffee von mir ausgeben lassen.
Der sogenannte "Naturzustand" des Menschen ist per se ein agressiver, sonst wäre es evolutionär nicht notwendig gewesen Konzepte wie "Gerechtigkeit" "Recht" und so weiter und so fort zu entwickeln. Hobbes ist in dem Punkt im Recht.

Auf dem Kapitalismus rumzuhacken ist mir ein zu leichtes Ziel, gerade in diesen Tagen, die durchaus das Potential haben (Pathos!, i love it) das Antlitz der Welt von Grund auf zu ändern. Was ist das Positive am Kapitalismus? Wir haben eine beispiellose Phase der technischen Entwicklung diesem System zu verdanken. Damit ist jede Form der technischen Entwicklung gemeint, das Internet (in der Theorie: freies Wissen für jedermann, freier Zugang zu Information, demokratischer gehts nicht; in der Realität: The internet is for porn) Medikamente usw. Die Reihe ist endlos, denn alles, worauf wir unseren Alltag gründen ist Technik. (Hypothese)

Kommen wir aber noch zu einem anderen Punkt: Propagiert das Stück Mord als legitimes Mittel? Meines Erachtens: Ja. Als Kantianer kann ich dem definitiv nicht zustimmen. Es ist widerlich.

Und noch ein Kritikpunkt: Die Darstellung von Kapitalisten, Journalisten und Abgeordneten... Diese pauschalisierte Darstellung von Archetypen ist Klassenkampf und somit zutiefst undemokratisch. Was sollen die Kinder aus dieser Darstellung lernen? Dem System kritisch gegenüberzustehen? Nein, eher nicht... sie lernen, die demokratische freie Marktwirtschaft eher rundheraus abzulehnen. My cup of tea.

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